Start Institut News

News

30-jähriges Bestehen: Sozialpsychiatrischer Dienst unterstützt Betroffene

Der Sozialpsychiatrische Dienst berät, betreut und begleitet Menschen mit schwerer psychischer Erkrankung. Seit nunmehr 30 Jahren leisten die MitarbeiterInnen wichtige Arbeit für Betroffene.

Eine Frau wird beim Sozialpsychiatrischen Dienst in Mannheim geholfen.

Der Sozialpsychiatrische Dienst in Mannheim ermöglicht beispielsweise, dass Menschen, die über einen längeren Zeitraum in psychiatrischen Krankenhäusern behandelt werden, früher entlassen werden und Rückfälle vermieden werden können. Foto: © Yakobchuk Olena – stock.adobe.com

Der Sozialpsychiatrische Dienst im Gemeindepsychiatrischen Zentrum (SpDi im GPZ) berät, unterstützt und begleitet Menschen mit schwerer psychischer Erkrankung und deren Angehörige. Damit trägt der Dienst, der seit mittlerweile 30 Jahren besteht, dazu bei, Erkrankungen und Behinderungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Chronisch psychisch erkrankte Menschen, die nicht mehr oder noch nicht zu einem selbstständigen Leben in der Lage sind, erhalten Hilfe und Unterstützung, um ein erträgliches Leben in der Gemeinschaft führen zu können. Der SpDi ermöglicht zudem, dass Menschen, die über einen längeren Zeitraum in psychiatrischen Krankenhäusern behandelt werden, früher entlassen werden und so Rückfälle vermieden werden können. Gemeinsam geführt wird der Dienst von den Trägern Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Mannheim, Caritasverband Mannheim, Diakonieverein im Diakonischen Werk Mannheim sowie dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim.

Beratung, Betreuung und Begleitung für Hilfesuchende in der Grundversorgung

In der offenen Sprechstunde des Dienstes kommen beispielsweise Menschen in Notsituationen, die ihre Arbeit verloren, ihre Ersparnisse aufgebraucht haben und die nicht mehr wissen, wovon sie leben sollen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SpDi nehmen dann die Anliegen auf und klären erste Schritte. Die Hilfesuchenden erhalten eine feste AnsprechparterIn. Es wird versucht, die Situation zu klären: Welche Leistungsansprüche bestehen? Wie verhält es sich mit der Wohnsituation? Wurde die Miete gezahlt? Gibt es Schulden? Sind Gespräche mit der VermieterIn erforderlich, um die Wohnung zu sichern? Welche Sozialleistungen sind zu beantragen? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dienstes klären die individuellen Umstände. Im weiteren Verlauf der Unterstützung geht es in solchen Fällen vor allem darum, abzuklären, aus welchen Gründen die Arbeit verloren wurde, ob eine Wiedereingliederung in den Beruf erfolgversprechend ist und welche konkrete Unterstützung benötigt wird.

Hilfe bei der Alltagsbewältigung

In der Grundversorgung geht es aber auch besonders darum, Menschen dabei zu helfen mit ihrer Erkrankung den Alltag zu bewältigen. Es wird auch geklärt, ob der Betroffene in ärztlicher Behandlung ist. Oft begleiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Hilfesuchenden beim Gang zu Behörden oder zum Gespräch mit dem Vermieter. Auch Hausbesuche werden gemacht, Freizeit- und Kontaktmöglichkeiten und Angebote der Selbsthilfe vermittelt sowie Konflikte im sozialen Umfeld moderiert. „Mit seinem Angebot hilft der Sozialpsychiatrische Dienst entscheidend mit, das Leben von Betroffenen außerhalb des Krankenhauses zu ermöglichen und zu verbessern“, sagt Helene Aumüller, Leiterin des SpDi. Ergänzend zur Grundversorgung unterstützt der Sozialpsychiatrische Dienst im Gemeindepsychiatrischen Zentrum auch Menschen in der Soziotherapie und im ambulant betreuten Wohnen in der eigenen Wohnung. „Die öffentliche Förderung reicht nicht aus, um die Aufgabenvielfalt bewältigen zu können“, sagt Aumüller und ergänzt: „Um die zahlreichen Erwartungen und Aufgaben, die an den Dienst herangetragen werden, auch künftig zufriedenstellend erfüllen zu können, wünschen wir uns eine bessere Finanzierung des Dienstes.“

Auch Beratung von Angehörigen und Selbsthilfe

Neben Einzel- und Familiengesprächen gehört auch die Beratung und Unterstützung von Angehörigen zur Arbeit des SpDi. Dabei stehen auch gemeinsame Hausbesuche auf der Tagesordnung. Der SpDi moderiert seit Jahren auch auf Wunsch der Angehörigenselbsthilfe die regelmäßig stattfindenden Gruppen. Ebenso werden die regelmäßigen Treffen der Mannheimer Initiative der Psychiatrieerfahrenen (MIPE) auf Wunsch der Psychiatrieerfahrenen durch einen Mitarbeiter des SpDi moderiert. Der Sozialpsychiatrische Dienst arbeitet eng mit den niedergelassenen PsychiaterInnen in Mannheim und bei Bedarf mit HausärztInnen, PsychotherapeutInnen, psychiatrischen Kliniken, gesetzlichen Betreuern und Behörden zusammen. In den meisten Fällen gelingt es, die Lebenswelten der Klientinnen und Klienten zu erhalten. „Ohne diese Unterstützung wäre in vielen Fällen eine Heimaufnahme oder intensivere Unterstützung der Eingliederungshilfe früher ein Thema“, sagt Aumüller. Der SpDi ist allerdings kein Krisen- und Notfalldienst. Die Mitarbeiter werden aktiv in Krisen- und Notfallsituationen von Klientinnen und Klienten, die dem Dienst bereits bekannt sind. In allen anderen akuten Fällen, sind andere Stellen, etwa die Notfallaufnahme in psychiatrischen Krankenhäusern, zu kontaktieren.

Dienst wird seit Gründung immer häufiger in Anspruch genommen

Der Sozialpsychiatrische Dienst hat im Mai 1989 seine Arbeit aufgenommen. Im Jahr 2007 hat sich der Dienst zum Sozialpsychiatrischen Dienst im Gemeindepsychiatrischen Zentrum (SpDi im GPZ) weiterentwickelt. Die Tagesstätte für psychisch erkrankte Menschen wurde im Jahr 2000 gegründet und wird von den Trägern des SpDi im GPZ gemeinsam geführt. Seit seiner Gründung wird der Dienst immer häufiger in Anspruch genommen. Wurden 1990 444 Menschen in Grundversorgung gezählt, so waren dies 2018 mit 898 mehr als doppelt so viele. Auch die Anzahl der vom SpDi langfristig betreuten Menschen ist von 206 im Jahr 1990 auf 391 im Jahr 2018 deutlich angestiegen. Zumeist sind dies Menschen mit einer mittelschweren bis schweren Depression oder einer bipolaren Erkrankung (43 Prozent), einer Schizophrenie (34 Prozent) oder einer Persönlichkeitsstörung (9,5 Prozent). Im vergangenen Jahr kamen auf einen Mitarbeiter des SpDi im Durchschnitt rund 149 Klienten. In der langfristigen Betreuung waren es 65 Klienten. Damit liegt der SpDi Mannheim über dem Landesdurchschnitt Baden-Württembergs.

Kontakt:

Der Sozialpsychiatrische Dienst Mannheim befindet sich in C 3, 16.

Offene Sprechstunde:

Montag bis Donnerstag, 9 Uhr bis 12 Uhr

Freitag, 10 bis 12 Uhr

Termine nach Vereinbarung:

Montag bis Donnerstag: 9 Uhr bis 12 Uhr und 13 Uhr bis 17 Uhr

Freitag: 10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr

Telefonische Erreichbarkeit: 

Telefonisch ist der Sozialpsychiatrische Dienst zu folgenden Zeiten unter 0621 397490 erreichbar:

Montag bis Donnerstag: 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr,

Freitag 9 bis 12 Uhr



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de