Start Institut News

News

Forschungsprojekt zu bipolarer Störung zur Förderung empfohlen

Ein Projekt unter ZI-Beteiligung will die genetischen Grundlagen von bipolarer Störung erforschen und wird von der EU-Kommission zur Förderung empfohlen.

Ein Forschungsprojekt untersucht die genetischen Grundlagen von bipolarer Störung.

Eine MRT-Aufnahme zeigt Strukturen des menschlichen Gehirns: Die Forscher wollen unter anderem die Entstehung von manischen Episoden bei bipolarer Störung besser verstehen. Foto: Fotolia.com / © science photo

Mit 1,1 Millionen Euro hat die Europäische Kommission ein Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Behandlung von bipolarer Störung zur Förderung empfohlen. An dem Projekt unter dem Titel „UNMET” (UNveiling the MEchanism(s) underlying the switch to mania during antidepressant treatment: The role of glutamate) sind auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim beteiligt. Vom deutschen Projektträger, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), steht eine Bewilligung allerdings noch aus.

Extreme Stimmungsschwankungen

Bipolare Störung ist eine psychische Erkrankung, bei der extreme Stimmungsschwankungen auftreten. Betroffene pendeln dabei zwischen Phasen der Niedergeschlagenheit und Hochstimmung (Depression und Manie), ohne diese Wechsel selbst kontrollieren zu können. Bipolare Störungen gehören laut Weltgesundheitsorganisation zu den Krankheiten, die weltweit am meisten zu dauerhafter Beeinträchtigung führen. Betroffene weisen auch ein erhöhtes Suizidrisiko auf.

Stimmungswechsel besser vorhersagen zu können

Ziel der UNMET-Forschungsgruppe ist es, die neurobiologischen Grundlagen des raschen Wechsels von einer depressiven in eine manische Phase zu untersuchen. Die Forscher vermuten, dass der Neurotransmitter Glutamat dabei eine bedeutende Rolle spielt. Zudem wollen sie die biochemischen Entstehungsmechanismen der manischen Episoden besser verstehen. Bei den Untersuchungen stützen sie sich auf modernste Bildgebungsverfahren, um Veränderungen in den Hirnarealen von Betroffenen feststellen zu können. Die Ergebnisse der Forscher sollen dazu beitragen, bei Patienten das Risiko für einen Stimmungswechsel besser vorhersagen und Präventionsmaßnahmen gezielter einsetzen zu können. Auch neue Medikamente zur besseren Behandlung von bipolarer Störung sollen getestet werden.

Die neurobiologischen Mechanismen herausfinden

„Zur Erforschung der Funktionsweise des Gehirns sind Verhaltensstudien an Nagern nach wie vor unentbehrlich“, sagt Prof. Dr. Peter Gass, Leiter der Arbeitsgruppe Psychiatrische Tiermodelle und Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am ZI in Mannheim. In dem zur Förderung empfohlenen Projekt versuchen die Forscher anhand der Tiermodelle beispielsweise, Veränderungen an den Nervenzellen in verschiedenen Hirnarealen zu identifizieren. Neben den ZI-Forschern um Gass sind auch Wissenschaftler der Universitäten Nimwegen (Niederlande), Mons (Belgien), Mailand (Italien) und Bratislava (Slowakei) an dem Projekt beteiligt.

Zusammenarbeit der Forscher EU-weit stärken

UNMET zählt zu den Projekten des European Research Area Networks (ERA-NETs), die von der Europäischen Kommission gefördert werden. Ziel ist es, die länderübergreifende Zusammenarbeit von Forschern in der EU zu stärken. Das Projekt UNMET läuft unter der Rubrik „NEURON“ (The Network of European Funding for Neuroscience Research), die seit 2003 existiert. Im Jahr 2018 hat die Kommission 62 Forschungsgruppen im Bereich NEURON mit insgesamt über 12 Millionen Euro gefördert.

 

Weitere Meldungen des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de