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Gegen Ausgrenzung psychisch Erkrankter

Menschen mit psychischen Erkrankungen werden im Alltag oft ausgegrenzt. Wieso das so ist und was wir alle dagegen tun können, hat der Landespsychiatrietag am 24. Juli 2021 in den Fokus gerückt.

Einladung Landespsychiatrietag 2021

Die Veranstaltung fand in diesem Jahr als Präsenzveranstaltung statt und wurde parallel auch digital übertragen. © Kindermann KG

Gemeinsam gegen die Einsamkeit psychisch Erkrankter: Unter diesem Motto findet alle drei Jahre im Hospitalhof in Stuttgart der Landespsychiatrietag statt. Ziel der größten Psychiatrie-Fachveranstaltung Baden-Württembergs ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen besser in die Gesellschaft zu integrieren. Sie bietet Betroffenen und ihren Angehörigen sowie ÄrztInnen, PsychologInnen und MitarbeiterInnen in entsprechenden Einrichtungen ein Forum, um sich zu informieren und auszutauschen. Organisiert wird die Veranstaltung ebenfalls von Menschen, die selbst Psychiatrie-Erfahrung haben: persönlich Betroffene, Angehörige, BürgerhelferInnen und professionelle HelferInnen. Ganz gemäß dem Motto „Gemeinsam Gesund“ ziehen alle an einem Strang. Aufgrund der aktuellen Situation fand die Veranstaltung in diesem Jahr lediglich mit einer begrenzten Anzahl an TeilnehmerInnen vor Ort statt. Gleichzeitig wurde das gesamte Programm digital übertragen. 

Taugen Psychedelika zur Behandlung psychischer Erkrankungen? 

An den verschiedenen Fachvorträgen und Diskussionsrunden zu aktuellen Hilfe-, Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten beteiligt sich auch das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) mit zwei Beiträgen. Prof. Dr. Gerhard Gründer, Leiter der Abteilung Molekulares Neuroimaging am ZI, diskutiert in einem Forum zusammen mit Dr. Peter Hess, niedergelassener Psychiater in Frankenthal, über die Möglichkeiten und Grenzen von Psychedelika zur Behandlung von psychischen Erkrankungen. Erfahrungsberichte und eine gemeinsame Diskussion mit Betroffenen und Angehörigen ergänzen dieses Forum.

Prof. Dr. Michael Deuschle, Leitender Oberarzt am ZI und Teil des Leitungsteams von MHFA Ersthelfer, sprach in einem Online-Forum über MHFA Ersthelfer und Erfahrungen mit den Erste-Hilfe-Kursen für psychische Gesundheit: In diesen Kursen lernen Menschen ohne Vorkenntnisse, wie sie frühzeitig psychische Probleme und Krisen bei Angehörigen, FreundInnen und KollegInnen erkennen und ansprechen sowie konkrete Hilfestellung geben können. Im Forum wurde auch darüber gesprochen, welche Möglichkeiten die Kurse bieten, wo Grenzen liegen und welche Voraussetzungen Ausbilder mitbringen müssen, um selbst ErsthelferInnen-Kurse geben zu können. 

Kunstpreis „so gesehen“

Kulturelles Highlight der Veranstaltung ist der im Rahmen des Landespsychiatrietags verliehene Kunstpreis „so gesehen“, um den sich mehr als 300 psychiatrieerfahrene KünstlerInnen bewerben. Der Kunstpreis richtet sich an Menschen mit Psychiatrieerfahrung, die ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg haben. Thema und Inhalt der Werke sind frei wählbar. Die besten 50 Arbeiten werden anschließend im Rahmen einer Wanderausstellung gezeigt. Der Kunstpreis ist eine Kooperation der Liga der freien Wohlfahrtspflege, der Sammlung Prinzhorn am Universitätsklinikum Heidelberg und der Hochschulstudiengänge künstlerische Therapien (HKT) an der HfWU Nürtingen-Geislingen mit den weiteren Kooperationspartnern des Landespsychiatrietages 2021.

Sie möchten mehr über die Veranstaltung und das Programm erfahren? Hier finden Sie weitere Informationen.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de