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Vorträge zu MHFA Ersthelfer, Psychedelika und Schlaf

Wir sprechen über seelische Gesundheit: Bei der 32. Akademie-Woche Psyche haben Expertinnen und Experten des ZI Einblicke in unterschiedliche Bereiche, wie Erste Hilfe bei psychischen Problemen, gegeben.

Vorträge zu MHFA Ersthelfer, Psychedelika und Schlaf

Wie können wir bei psychischen Problemen Erste Hilfe leisten? Können alte Drogen zu neuen Medikamenten werden? Wie hängen Träume und Schlaf mit psychischer Gesundheit zusammen? Um diese Fragen drehen sich die Vorträge in diesem Jahr. Foto: © ZI/Mannheimer Abendakademie

Erste Hilfe bei körperlichen Erkrankungen ist in unserer Gesellschaft akzeptiert und weit verbreitet, aber für die Hilfe bei psychischen Problemen gilt das häufig nicht. Deshalb haben wir in der 32. Akademie-Woche Psyche der Mannheimer Abendakademie in Zusammenarbeit mit dem ZI über seelische Gesundheit gesprochen. In drei Vorträgen ist es um Erste Hilfe bei psychischen Problemen und Krisen, um das therapeutische Potenzial von psychedelischen Substanzen wie LSD und Psilocybin sowie um die Bedeutung von Schlaf und Träumen für die psychische Gesundheit gegangen.

Hier die drei Vorträge in der Übersicht:

Jeder kann Erste Hilfe für die Psyche leisten
Prof. Dr. med. Michael Deuschle
Was tun, wenn eine Freundin niedergeschlagen ist und sich immer mehr zurückzieht? Wie reagieren, wenn ein Kollege seine Arbeit nicht mehr bewältigen kann und immer gereizter wird? Jede und jeder kann lernen, psychische Probleme zu erkennen, auf Menschen zuzugehen und Hilfe anzubieten. ErsthelferInnen-Kurse vermitteln Laien grundlegendes Wissen über häufige psychische Erkrankungen. Teilnehmende lernen konkrete Erste-Hilfe-Maßnahmen bei psychischen Problemen und Krisen und trainieren sie in praktischen Übungen. In seinem Vortrag gibt Michael Deuschle Einblicke in die MHFA-ErsthelferInnen-Kurse am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. MHFA steht für Mental Health First Aid, eine weltweite Initiative, die bereits mehr als vier Millionen Ersthelfende für psychische Gesundheit ausgebildet hat. 

Zum Referenten: 
Prof. Dr. Michael Deuschle initiierte und leitet MHFA Ersthelfer. Er ist Leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Leiter der Forschungsgruppe Stressbezogene Erkrankungen am ZI. 

Der Vortrag ist auf dem YouTube-Kanal der Mannheimer Abendakademie aufrufbar. 


Alte Drogen als neue Medikamente? Was wir von LSD, Psilocybin und Co. erwarten können
Prof. Dr. Gerhard Gründer und Lea Mertens, M. Sc. 
Obwohl Bedarf besteht, ist es seit vielen Jahren nicht mehr gelungen, neue wirksame Medikamente zur Behandlung psychischer Erkrankungen zu entwickeln. Vielleicht gibt es auch deshalb nun ein verstärktes Interesse am möglichen Nutzen, den psychedelische, also halluzinogen wirkende Substanzen wie LSD und Psilocybin, für Menschen mit psychischen Erkrankungen haben können. 
Verschiedene wissenschaftliche Studien untersuchen die Wirksamkeit und Sicherheit von Psilocybin und LSD als Teil einer sogenannten substanzgestützten Psychotherapie. Die bisher vorliegenden Ergebnisse sind vielversprechend und die Wirksamkeit und Wirkweise dieser Substanzen werfen grundlegende Fragen zum Verständnis der Mechanismen psychischer Erkrankungen auf. 

Zu den ReferentInnen:
Prof. Dr. Gerhard Gründer ist Psychiater und Psychopharmakologe. Er leitet die Abteilung Molekulares Neuroimaging am ZI. Mit der kürzlich angelaufenen EPIsoDE-Studie hat er die größte wissenschaftsinitiierte Studie zur Wirksamkeit von Psilocybin bei schweren chronischen Depressionen auf den Weg gebracht. 
Lea Mertens M. Sc. ist Psychologin und Neurowissenschaftlerin. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Molekulares Neuroimaging am ZI und Studienkoordinatorin der EPIsoDE-Studie. 

Der Vortrag ist auf dem YouTube-Kanal der Mannheimer Abendakademie aufrufbar. 


Schlaf, Träume und psychische Gesundheit
Prof. Dr. Michael Schredl und Dr. Claudia Schilling
Guter Schlaf ist wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Schlafstörungen sind jedoch sehr häufig. Sie können unterschiedliche Ursachen haben, daher lohnt es sich in manchen Fällen, genauer hinzusehen – zum Beispiel in einem Schlaflabor. Oft sind zwei Strategien hilfreich, um das Schlafen wieder zu verbessern: ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus und geistige Entspannung.
Zum Schlafen gehört auch das Träumen. Jedes Gehirn träumt jede Nacht, denn Träumen ist mit dem Abspeichern der Tageserfahrungen verbunden. Wenn Träume jedoch belastend werden und den Schlaf stören, sollte etwas dagegen unternommen werden. 

Zu den ReferentInnen: 
Dr. Claudia Schilling leitet das Schlaflabor am ZI sowie die wissenschaftliche Arbeitsgruppe Neuropsychiatrische Schlafstörungen. Sie behandelt unter anderem Menschen mit Ein- und Durchschlafstörungen und erforscht deren Stressverarbeitung. 
Prof. Dr. Michael Schredl ist wissenschaftlicher Leiter des Schlaflabors am ZI. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Träume bei PatientInnen mit Schlafstörungen sowie Alpträume.

Der Vortrag ist auf dem YouTube-Kanal der Mannheimer Abendakademie aufrufbar. 



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de