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Zahlreiche Forschungsarbeiten ausgezeichnet

ZI-WissenschaftlerInnen erhalten Preise. Diesmal: Arbeiten zu Prävention bei stressbedingten Belastungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Borderline-Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie.

ZI-ForscherInnen von der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen ausgezeichnet.

Ausgezeichnet: (von links) Prof. Dr. Stephan Doering (Vorsitzender der Jury), ZI-Forscherin Dr. Johanna Hepp, ZI-Forscher PD Dr. Nikolaus Kleindienst und Dr. Birger Dulz (Präsident der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen, GePs). Foto: GePs

Dr. Emanuel Schwarz (rechts) erhält den DGPPN-Preis für präventive und personalisierte Medizin. ZI-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg gratuliert. Foto: © ZI

ZI-Forscher Dr. Emanuel Schwarz (rechts) erhält den DGPPN-Preis für präventive und personalisierte Medizin. ZI-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg gratuliert. Foto: © ZI

Preis für Präventionsprogramm für Führungskräfte

Ruben Vonderlin, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychiatrische und Psychosomatische Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim, hat zusammen mit Miriam Ostermann, PD Dr. Nikolaus Kleindienst, Dr. Lisa Lyssenko und Prof. Dr. Martin Bohus den Best Intervention Award erhalten. Die ZI-ForscherInnen wurden von der American Psychological Association, der Society for Occupational Health Psychology sowie des National Institute for Occupational Safety and Health in Cincinnati (USA) für das Kooperationsprojekt AOK BaWü „Führung in Balance“ mit dem internationalen Forschungspreis ausgezeichnet. Ruben Vonderlin nahm den Preis in Philadelphia stellvertretend für das Team entgegen.

Im Auftrag der AOK Baden-Württemberg haben die ZI-ForscherInnen, vor dem Hintergrund steigender psychischer Belastungen in der Arbeitswelt, ein Präventionsprogramm für Führungskräfte entwickelt. Dadurch soll die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz gestärkt werden. Im Seminarprogramm lernen Führungskräfte sich selbst und ihre Mitarbeitenden gesund zu führen, stressbedingte psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen sowie psychologische Ersthilfe zu leisten und bei Bedarf professionelle Hilfe zu vermitteln. Inhalte und Methoden der Seminare basieren hauptsächlich auf Prinzipien der Achtsamkeit, Psychoedukation sowie der Vermittlung alltagspraktischer Fertigkeiten (Skills). Die Wirksamkeit der Präventionsmaßnahmen wird in elf Unternehmen in Baden-Württemberg untersucht. Erste Ergebnisse zeigen eine signifikante Verbesserung der psychischen Gesundheit der Führungskräfte sowie deren gesundheitsförderliches Führungsverhalten im Vergleich zur Kontrollgruppe. Ob, und vor allem unter welchen Bedingungen, sich diese Effekte auf die Mitarbeitenden auswirken, werden weitere Datenanalysen ergeben, hoffen die ZI-ForscherInnen. Mit dem Best Intervention Award werden herausragende Interventions- und Evaluationsprojekte gewürdigt, bei denen Forscher mit Industrie und Arbeitnehmern zusammenarbeiten, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern.

Wirksamkeit der Dialektisch-Behavioralen Therapie für Posttraumatische Belastungsstörung erforscht

Der ZI-Forscher PD Dr. Nikolaus Kleindienst wurde von der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (GePs) ausgezeichnet. Er erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Hamburger Preis Persönlichkeitsstörungen 2019 für eine im Rahmen des RELEASE-Verbundes entstandene Untersuchung zur simultanen Behandlung der Borderline Persönlichkeitsstörung und der Posttraumatischen Belastungsstörung. Der RELEASE-Verbund (Gesamtleitung: Prof. Dr. Martin Bohus, ZI) zielt auf die multidimensionale Evaluation von Behandlungskonzepten für Frauen mit interpersonellen Gewalterfahrungen in der Kindheit oder Jugend und umfasst die Therapieergebnisse aus mehreren Studienzentren (ZI: Leitung Prof. Dr. Martin Bohus, Universität Frankfurt: Leitung PD Dr. Regina Steil, Humboldt-Universität Berlin: Leitung Dr. Kathlen Priebe). Nikolaus Kleindienst wurde für eine zusammen mit Regina Steil, Kathlen Priebe, Meike Müller-Engelmann, und Martin Bohus verfasste Arbeit zur Wirksamkeit der Dialektisch-Behavioralen Therapie für Posttraumatische Belastungsstörung (DBT-PTSD) für Patienten mit der Doppeldiagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) und Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) ausgezeichnet. Die Jury lobte die Arbeit als „einen wichtigen und klinisch hochrelevanten Beitrag zur Versorgung einer besonders belasteten Teilgruppe von BPS-Patienten“. Das Preisgeld ist für weitere Forschungsprojekte im Bereich der Persönlichkeitsstörungen vorgesehen.

Negative Wahrnehmung von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung

Dr. Johanna Hepp, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, wurde ebenfalls von der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen ausgezeichnet. Sie erhielt das mit 5.000 Euro dotierte Hamburger Fellowship Persönlichkeitsstörungen. Dieses wird für den Forschungsaufenthalt an einer international renommierten Forschungseinrichtung im Bereich der Persönlichkeitsstörungen vergeben. Johanna Hepp überzeugte die Jury durch ihre „kreative Studie, die sie mit großer Souveränität vorstellte“. Unter dem Titel „Der erste Eindruck zählt: Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung werden negativer wahrgenommen als psychisch Gesunde“ untersuchte sie die Reaktion von Personen in Kontakt mit Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Ohne von Diagnosen zu wissen, beurteilten Beobachter BPS-Betroffene basierend auf kurzen Videosequenzen als weniger sympathisch, kooperativ und vertrauenswürdig als gesunde Personen. Dies stand in starkem Kontrast dazu, dass sich die BPS-TeilnehmerInnen in einem ökonomischen Spiel genauso kooperativ verhielten wie die Gruppe gesunder TeilnehmerInnen.

Gehirnstruktur von mehr als 2.500 Menschen untersucht

Dr. Emanuel Schwarz, Leiter der Arbeitsgruppe Translationale Bioinformatik in der Psychiatrie, hat den DGPPN-Preis für prädiktive, präventive und personalisierte Medizin in Psychiatrie und Neurologie erhalten. Zusammen mit Kollegen hat Schwarz eine Multizentrum-Studie auf Basis von maschinellem Lernen durchgeführt, um die Gehirnstruktur von mehr als 2.500 Menschen mit Schizophrenie, bipolarer Störung, ADHS und gesunden Probanden zu untersuchen. Über Veränderungen im Gehirn konnten Patienten mit Schizophrenie von gesunden Probanden mit einer Genauigkeit von bis zu 76 Prozent unterschieden werden. Während die klinische Anwendbarkeit der Ergebnisse noch limitiert ist, deutet diese Studie auf reproduzierbare, im Gehirn stark verteilte, strukturelle Veränderungen bei Schizophrenie hin.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de