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ZI-Oberarzt erhält Heinrich-Lanz-Preis für translationale Medizin 2019

ZI-Oberarzt Dusan Hirjak ist einer der beiden Preisträger des Heinrich-Lanz-Preises für translationale Medizin. Er wurde unter anderem für seine Forschung zu schizophrenen Psychosen ausgezeichnet.

Zum ersten Mal wird der Heinrich-Lanz-Preis vergeben.

Preisverleihung in Berlin: (von links) Prof. Dr. Peter Falkai (Klinikum der Universität München), Dr. Giulia Treccani (Deutsches Resilienz Zentrum in Mainz), Wolfgang Pföhler (Heinrich-Lanz-Stiftung), PD Dr. Dusan Hirjak (Geschäftsführender Oberarzt am ZI) und Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg (ZI-Vorstandsvorstandvorsitzender). Foto: ZI

Zum ersten Mal ist der Heinrich-Lanz-Preis für translationale Medizin verliehen worden. Preisträger sind PD Dr. Dusan Hirjak, geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim, sowie Dr. Giulia Treccani, PhD Postdoktorandin am Deutschen Resilienz Zentrum (DRZ) in Mainz. Gestiftet wird der mit 10.000 Euro dotierte Preis von der Heinrich-Lanz-Stiftung in Mannheim. Wolfgang Pföhler, Vorsitzender des Stiftungsverwaltungsrates, überreichte beiden Preisträgern die Urkunden. Hirjak erhält als erster Preisträger 7.500 Euro, Treccani als zweite Preisträgerin 2.500 Euro.

Schwerpunkt diesmal auf translationaler Medizin in der Psychiatrie

„Wir freuen uns, in diesem Jahr gleich zwei Forschungsarbeiten auszeichnen zu können, die die medizinische Behandlung im Bereich Psychiatrie deutlich voranbringen“, sagte Pföhler bei der Preisverleihung in Berlin. Der Preis wurde von der Heinrich-Lanz-Stiftung in diesem Jahr ins Leben gerufen und soll künftig jährlich in wechselnden Fachgebieten der Medizin vergeben werden. 2019 lag der Schwerpunkt auf translationaler Medizin in der Psychiatrie. Mit dem Preis werden Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet, die mit herausragenden Forschungsarbeiten und zukunftsweisenden Modellen die medizinische Behandlung fördern und verbessern.

Entwicklung individualisierter Behandlungsstrategien fördern

Der erste Preisträger PD Dr. Dusan Hirjak ist geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am ZI und leitet die Track-Einheit für Schizophrenie und psychotische Störungen sowie die Früherkennungsambulanz für Psychosen. Zudem leitet er die Arbeitsgruppe Klinische Neurowissenschaften motorischen Verhaltens. In seiner wissenschaftlichen Arbeit, für die er ausgezeichnet wurde, beschäftigt er sich mit der Erforschung der motorischen Dysfunktion, um das Verständnis von Pathophysiologie psychischer Erkrankungen aufzuklären. „Die eingehende Betrachtung der motorischen Funktionsdomäne könnte längerfristig die Identifizierung und Klassifizierung psychiatrischer Erkrankungen signifikant verbessern und die Entwicklung individualisierter Behandlungsstrategien nachhaltig fördern“, sagte Hirjak. In seiner weiteren Forschungsarbeit möchte er dieses Wissen nutzen, um methodische Neuerungen auf dem Gebiet der klinischen Neurowissenschaften motorischen Verhaltens einzuführen.

Neurobiologische Mechanismen der Resilienz identifizieren

Die zweite Preisträgerin Dr. Giulia Treccani, PhD Postdoktorandin am DRZ in Mainz, forscht anhand verschiedener Tiermodelle im Bereich der translationalen Psychiatrie. Sie trägt dazu bei, tierexperimentelle Modelle für Resilienz (Widerstandskraft) zu entwickeln und zu validieren, um damit neurobiologische Mechanismen der Resilienz beim Menschen zu identifizieren. Zudem untersucht Treccani, welche molekularen Mechanismen im Ansprechen auf eine antidepressive Therapie zugrunde liegen.

Heinrich-Lanz-Stiftung fördert Gesundheitsversorgung in Mannheim

Heinrich Lanz (1838 bis 1905) hat mit der Herstellung von Landmaschinen ein weltweit erfolgreiches Unternehmen aufgebaut, das später vom US-Unternehmen John Deere übernommen wurde. Nach Lanz‘ Tod gründete seine Frau Julia Lanz 1916 eine Stiftung, die zunächst den Betrieb des Heinrich-Lanz-Krankenhauses in Mannheim sicherte und später die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Mannheim unterstützte und förderte. So wurde durch die Stiftung 2013 beispielsweise die Gründung des Heinrich-Lanz-Zentrums für Personalisierte Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ermöglicht.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de