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Projekte: Wissenschaftliches Schlaflabor

Schilling C. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg : Olympia Morata Programm: Neurobiologische Entstehungsmechanismen der psychophysiologischen Insomnie. 04/2010-06/2013.

Die psychophysiologische (primäre) Insomnie ist mit einer Prävalenz von etwa 3% in westlichen Industrieländern (Ohayon et al., 2002) eine der häufigsten Schlafstörungen und geht mit reduzierter Lebensqualität, verminderter Arbeitsleistung (NIH 2005), hohen sozioökonomischen Kosten sowie erhöhtem Risiko für körperliche (Léger et al., 2002) und psychische Erkrankungen, insb. Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen (Breslau et al., 1996; Riemann & Voderholzer, 2003), einher. Die primäre Insomnie nach DSM-IV ist charakterisiert durch seit mindestens sechs Monaten bestehende Ein- oder Durchschlafstörungen, die mit signifikanter Alltagsbeeinträchtigung einhergehen. Nach den gängigen Erklärungsmodellen (Perlis et al., 1997; Espie et al., 2006) geht dabei eine Fokussierung von Aufmerksamkeit und Kognition auf das Thema Schlaf („attentional bias“) mit einem schlafverhindernden „Hyperarousal“ (kognitiv-physiologische Überaktivierung) einher, welches an schlafbezogene Stimuli erhöhter emotionaler Valenz konditioniert ist. Man geht davon aus, dass es auf der Basis prädisponierender Faktoren unter Einfluss biopsychosozialen Stresses zu den o.g. neurokognitiven Veränderungen inklusive des konditionierten Hyperarousals kommt. Bezüglich der prädisponierenden Faktoren gibt es Hinweise auf eine genetisch bedingte Vulnerabilität für den Erwerb einer primären Insomnie (Dauvilliers et al., 2005; eigene Daten: Deuschle et al., im Druck). Das Auftreten einer solchen Insomnie steht dann oft in zeitlichem Zusammenhang mit vermehrten stressvollen Lebensereignissen (Healey et al., 1981).