Start Institut News

News

Neuer Sonderforschungsbereich Transregio unter ZI-Beteiligung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert einen Sonderforschungsbereich (SFB) Transregio zur Sucht, an dem auch das ZI beteiligt ist. Ein bestehender SFB zu chronischen Schmerzen wird verlängert.

Sonderforschungsbereich Transregio unter ZI-Beteiligung genehmigt

Im Zentrum der Forschungsarbeiten im Zuge des neuen SFB/Transregio geht es darum, besser zu verstehen, welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass Menschen die Kontrolle über den Konsum von Drogen verlieren. Foto: ZI

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen 14 neue Sonderforschungsbereiche ein, darunter sechs neue SFB/Transregio, bei denen mehrere Hochschulen zusammenarbeiten. Auch das ZI ist an einer solchen geförderten Kooperation unter dem Titel „Verlust und Wiedererlangung der Kontrolle bei Suchterkrankungen: Verläufe, Mechanismen und Interventionen“ (Losing and Regaining Control over Drug Intake: From Trajectories to Mechanisms to Interventions) beteiligt. Im Zentrum der Forschungsarbeiten dieses neuen SFB/Transregio steht das Ziel, besser zu verstehen, welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass Menschen die Kontrolle über den Konsum von Drogen verlieren und darauf aufbauend Therapien zu entwickeln, die zur Wiedergewinnung eines kontrollierten Umgangs mit Suchtstoffen beitragen.

Faktoren für Kontrollverlust bei Drogenkonsum identifizieren

Rauchen, Alkohol- und illegaler Drogenkonsum sind weltweit wesentliche Risikofaktoren für frühzeitigen Tod oder Erwerbsunfähigkeit. Daher ist es wichtig, die Auslöser und beeinflussenden Faktoren auf Verhaltens-, Kognitions- und neurowissenschaftlicher Ebene zu identifizieren, die zu Kontrollverlust bei Drogenkonsum führen. Auf deren Grundlage sollen mögliche Interventionen entwickelt werden. Beteiligt an dem SFB/Transregio sind neben dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) und der Universität Heidelberg die Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie die Technische Universität Dresden. Sprecher ist Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz (Charité), stellvertretende Sprecher sind Prof. Dr. Falk Kiefer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI, und Prof. Dr. Dr. Heike Tost (beide ZI), Forschungsgruppenleiterin am ZI. Die DFG fördert den Verbund mit rund 13,1 Millionen Euro.

Untersuchen, wie aus akuten Schmerzen chronische werden

Zudem verlängert die DFG für weitere vier Jahre die bestehende Förderung des Sonderforschungsbereichs 1158 zum Thema chronischer Schmerz. Unter dem Titel „Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz: Struktur-Funktionsmerkmale neuraler Bahnen und deren Reorganisation“ wird untersucht, wie aus akuten Schmerzen chronische werden. Die Forscher wollen klären, wie sich in diesem Prozess der Chronifizierung Nervenzellen und -bahnen verändern und wie sich dieser Übergang verhindern oder umkehren lässt. Beteiligt sind neben dem ZI die Medizinische Fakultät Heidelberg (Sprecherinstitution) sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) und das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg sowie die Technische Universität München. Stellvertretende Sprecherin des SFB 1158 ist Prof. Dr. Dr. h.c. Herta Flor, Wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Neuropsychologie und Klinische Psychologie am ZI. Die DFG fördert den Forschungsverbund mit rund 15,6 Millionen Euro.

Fächerübergreifendes Forschungsprogramm

Sonderforschungsbereiche sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten dabei im Zuge eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammen. Die DFG vergibt bundesweit in diesem Bereich in den kommenden vier Jahren 164 Millionen Euro an Fördermitteln.

 

Weitere Meldungen



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de