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Projekte: Molekulare Schizophrenieforschung

Hoell A. Nachwuchsakademie Versorungsforschung Baden-Württemberg: Evaluation des Deeskalationsprogrammes "OUTCOME" zum Umgang mit Aggression und Gewalt in der Psychiatrie. 12/2015-04/2017.

Aggression und Gewalt von Patienten sind in der Psychiatrie häufig zu beobachtende Phänomene. Die negativen Auswirkungen sind für alle Beteiligten (Mitarbeiter, Patienten, Einrichtungen, Krankenversicherung) deutlich zu spüren. Zur Eindämmung von Gewalt und Aggression gegen sich oder andere wird häufig auf die Anwendung von Zwangsmaßnahmen zurückgegriffen, oftmals auch gegen den ausdrücklichen Willen der Patienten. Zuletzt wurden Zwangsmaßnahmen von der UN-Behindertenrechtskonvention scharf angegriffen und mehr Patientenautonomie gefordert. Mit der Stärkung der Patientenrechte durch gesetzliche Beschlüsse und richterliche Urteile ist ein Umdenken in der Psychiatrie erforderlich geworden. Zwangsmaßnahmen sind derzeit in Deutschland weitestgehend einzuschränken, Zwangsbehandlungen gar richterlich zu genehmigen (Dreßing & Zink, 2014). Es müssen erst alle anderen milderen Maßnahmen ausgeschöpft werden, um ärztlich/pflegerisches Handeln mit der Autonomie der Patienten zu vereinbaren. Dazu werden vor allem Deeskalationstrainings gefordert (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), 2009b). Dennoch gehören Zwangsmaßnahmen nach wie vor zum Versorgungsalltag in der stationären Psychiatrie (Steinert, Schmid, & Arbeitskreis zur Prävention von Gewalt und Zwang, 2014). Vor diesem Hintergrund wurde ein multimodales Deeskalationsmanagement OUTCOME von den Pflegedienstleitungen des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) und des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Weinsberg entwickelt, welches einen ganzheitlichen, auf den Patienten fokussierten Ansatz verfolgt. Das Deeskalationsmanagement „OUTCOME“ soll in zwei psychiatrischen Kliniken auf beschützenden Stationen eingeführt und dessen Wirksamkeit geprüft werden. Dabei werden auf Stationsebene folgende Parameter überprüft: die Auftretenshäufigkeit schwerer Eskalationen und die Dauer von Patienten pro Zwangsmaßnahme in Stunden. Zusätzlich werden auf der Ebene der Stationsmitarbeiter das Ausmaß negativer Auswirkungen von Aggressionen, die Einstellung zur Anwendung von Zwangsmaßnahmen und die Sicherheit im Umgang mit Aggression und Gewalt gemessen.

Zink M, Meyer-Lindenberg A, Kirsch P. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG ZI 1253/3-2, KI 576/14-2, ME 1591/6-2: Metakognitive Defizite bei Patienten mit erhöhtem Risiko für schizophrene Psychosen und deren Interaktion mit Psychopathologie, Neuropsychologie und funktioneller Bildgebung. 09/2012-02/2015.

Schizophrenia patients suffer from a broad variety of cognitive deficits that are very often resistant to antipsychotic treatment and interfere with the social and vocational rehabilitation. An international consensus initiative elaborated a comprehensive set of neuropsychological tests, the MATRICS battery (Measurement And Treatment Research to Improve Cognition in Schizophrenia) in order to improve treatment research (1). Besides the domains represented in the MATRICS battery, it has been shown that metacognitive capacities are impaired in schizophrenia, leading to a reduced ability to select appropriate responses, to appraise and weigh information effectively and to cope with cognitive limitations. Metacognitive impairments, (2) such as a self-serving attributional bias, hasty decision making (jumping to conclusion: JTC), a bias against disconfirmatory evidence (BADE) (3), overconfidence in errors, metamemory alterations (4;5), and finally deficits in mentalizing and social cognition („theory of mind“: ToM) (6;7), are thought to contribute to development and maintenance of delusions (8-10). Specific therapeutic interventions to improve metacognitive functions have been developed and tested in several controlled trials (11). In the present application, we mainly focus on ToM-deficits and the JTC-bias.

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung 2011-002463-20: COMBINE. 02/2014-04/2014.

Eine randomisierte kontrollierte Studie zur Untersuchung der Effizienz einer antipsychotischen Kombinationsbehandlung von Olanzapin und Amisulprid bei akut erkrankten Patienten mit Schizophrenie - COMBINE 2.1. Rationale der klinischen Prüfung Ziel dieser Studie ist es, einen rationalen Ansatz für antipsychotische Kombinationstherapie zu finden. Dazu soll die therapeutische Effizienz und das Auftreten unerwünschter Arzneimittelwirkungen bei der Kombinationsbehandlung am Beispiel von Amisulprid und Olanzapin im Vergleich zur Monotherapie mit diesen beiden Substanzen bei der Akutbehandlung an schizophren Erkrankten untersucht werden. Die Substanzen weisen komplementäre neuronale Rezeptorbindungsprofile und Metabolisierungswege auf und haben in retrospektiven Studien bei der Kombinationsbehandlung Effizienz und gute Verträglichkeit gezeigt (Zink 2004). Eine antipsychotische Pharmakotherapie auf diese Weise zu kombinieren, könnte die therapeutische Effizienz erhöhen und gleichzeitig unerwünschte Arzneimittelwirkungen reduzieren. 2.2. Primäres Ziel Das primäre Ziel dieser Studie ist der Vergleich der Kombinationstherapie mit den beiden Einzeltherapien bezüglich der symptomatischen Verbesserung der Schizophrenie nach 8 Wochen im Vergleich zur Visite 0 (Patienteneinschluss) gemessen an der „Positive and Negative Syndrome Scale“ (PANSS), die die Effizienz der Behandlung im Sinne der Reduktion akuter florider Positiv- und Negativsymptome abbildet.

Zink M. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft KL 970/7-1: PREVENT - Secondary Prevention of Schizophrenia: A Randomized Controlled Trial, Phase 3b Studie. 04/2011-04/2012.

Zink M. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG ZI 1253/3-1 : Metakogntive Defizite in Prodrom schizophrener Psychosen: Psychopathologie, Neuropsychologie und funktionelle Bildgebung. 04/2011-03/2012.

Patienten mit schizophrenen Psychosen leiden an vielfältigen Störungen der Kognition. Defizite bei Monitor- und Kontrollprozessen über das eigene Denken können die Entwicklung paranoider Symptome begünstigen und werden als metakognitive Störungen bezeichnet. Es ist noch unklar, ob diese schon vor Erstmanifestation einer Psychose, also bereits im Prodrom nachweisbar sind, und welche neuronalen Funktionsstörungen zugeordnet werden können. Im beantragten Projekt werden Patienten mit Risikoprofil für eine schizophrene Psychose hinsichtlich Metakognition, Neuropsychologie und funktioneller Bildgebung untersucht. Die Patienten (N=51) werden in der Früherkennungsambulanz der Antragssteller mit den Instrumenten CAARMS und ERIraos charakterisiert. Im Vergleich zu gesunden Kontrollen werden metakognitive Tests, die MATRICS-Batterie, und vier fMRT-Paradigmata angewendet. Der primäre Endpunkt ist der Querschnittsvergleich zwischen prodromalen Patienten und Kontrollen im voreiligen Schlussfolgern (“Jumping to conclusion” JTC). Sekundäre Endpunkte stellen Querschnittsvergleiche in den anderen neuropsychologischen und metakognitiven Tests, sowie Differenzen im Aktivierungsmuster in der fMRT dar. Follow-up-Untersuchungen nach 12 und 24 Monaten zielen auf die Interaktion zwischen diesen Parametern, der Entwicklung von Wahn und dem Übergang in eine Psychose. Somit trägt dieses Projekt zum Verständnis der kognitiven und neurobiologischen Pathogenese schizophrener Psychosen bei und schafft Grundlagen für therapeutische Interventionen.


Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de