Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim stärkt sein Engagement für eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Umwelt: Mit der Installation eines KI-gestützten „Insector“ zur Messung der Biodiversität im Dachgarten ergänzt das Institut seine Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Campus. Die gewonnenen Daten liefern nicht nur Erkenntnisse zur Artenvielfalt, sondern sind zugleich für die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Umwelt und psychischer Gesundheit interessant.
Nachhaltige Campusentwicklung in der Westlichen Unterstadt
Das ZI steht für datenbasierte Forschung, unter anderem zu den Auswirkungen der Umwelt auf die menschliche Psyche. Zugleich engagiert sich das Institut aktiv für eine menschen- und klimagerechte, lebenswerte Umgebung in der Mannheimer Westlichen Unterstadt. Neben der Nutzung von Solarenergie umfasst dies vielfältige Maßnahmen zur Begrünung und ökologischen Aufwertung des Campus in den Quadraten J 4/J 5 – von zusätzlichen Bäumen und Grünflächen über begrünte Dächer bis hin zur naturnahen Neugestaltung von Außenbereichen. Diese Aktivitäten stehen auch im Kontext größerer städtebaulicher Entwicklungen wie der Umgestaltung des Swansea-Platzes, die neue Aufenthaltsqualitäten und mehr urbanes Grün in das Quartier bringen sollen.
Der Insector dokumentiert die Artenvielfalt
Als weiteren Baustein seiner Bemühungen hat das ZI nun eine Anlage zur Messung der Biodiversität in seinem Dachgarten installiert. Der „Insector“ des Naturschutz-Startups Bee friendly aus Wiesloch erfasst mit einer solarbetriebenen Kamera zwischen März und Oktober die vor Ort anwesenden Insekten und dokumentiert Artenvielfalt und -häufigkeit. Die Kamera ist dabei ausschließlich auf eine Anflugplatte ausgerichtet, sodass keine Menschen oder Gesichter aufgenommen werden. Das Holzgehäuse des Insectors wurde in den Diakoniewerkstätten Rhein-Neckar gefertigt, einer Einrichtung, die Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung einen Arbeitsplatz bietet. Die KI-gestützten Auswertungen des Insectors liefern wertvolle Hinweise für gezielte Naturschutzmaßnahmen direkt auf dem Campus. Über ein öffentlich zugängliches Dashboard können Interessierte zudem nachvollziehen, welche Insektenarten im Dachgarten unterwegs sind und so die Entwicklung der Biodiversität transparent mitverfolgen.
Grüne Oase für PatientInnen
„Mit dem Insector erweitern wir unser Engagement für Nachhaltigkeit und Biodiversität auf dem Campus um einen weiteren Baustein und verbinden strategische Ziele des ZI: Wir stärken eine gesundheitsfördernde Umgebung und generieren zugleich wertvolle Daten für die Forschung. Solche Projekte gelingen nur durch das engagierte Zusammenspiel vieler Bereiche im Haus und im Schulterschluss mit unseren Partnern aus dem Begrünungs-Netzwerk der Stadt“, sagt Dr. Malte Zimdahl, Referent des Direktors und Vorstandsvorsitzenden am ZI.
Der Dachgarten des ZI ist dabei weit mehr als ein Forschungsort: Er ist eine grüne Oase in J 5, auf die das ZI besonders stolz ist, da sie maßgeblich von engagierten Kolleginnen und Kollegen konzipiert, gestaltet und gepflegt wird. PatientInnen nutzen ihn für erholsame Auszeiten, beteiligen sich an der Pflege der Bepflanzung und bauen Kräuter sowie Gemüse an, die teilweise direkt auf den Stationen verwendet werden. Die vielfältige Pflanzenwelt, ergänzt durch einen kleinen Teich, schafft einen Lebensraum für zahlreiche Insektenarten – deren Aktivität der Insector nun sichtbar macht.
Grüne Umgebungen stärken die psychische Gesundheit
Auch für die Forschung am ZI eröffnen die neu gewonnenen Daten spannende Perspektiven, insbesondere an der Schnittstelle von Umwelt, Biodiversität und psychischer Gesundheit. „Grüne Umgebungen sind kein Luxus, sondern ein zentraler Faktor für unser psychisches Wohlbefinden – sie fördern Erholung, reduzieren Stress und stärken langfristig die Resilienz“, betont Prof. Dr. Dr. Heike Tost. Die Psychiaterin, Psychologin und Hirnforscherin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die mentale Gesundheit.

