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Tierlabor

Das Tierlabor ist eine zentrale Einrichtung für die tierexperimentelle Forschung am ZI. Hier werden Labortiere gezüchtet und gepflegt. Dabei legen wir großen Wert auf Tierschutz und einen sorgsamen Umgang mit den Tieren. Unsere ForscherInnen sind sich der ethischen Dimension bewusst und nehmen ihre Verantwortung sehr ernst.

Bedeutung der Tierforschung

Tierversuche sind eine unverzichtbare Grundlage, um neurobiologische Mechanismen psychischer Störungen besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu erforschen. Mit Hilfe von Tierversuchen wurden viele Medikamente entwickelt, die heute eingesetzt werden, um psychiatrische Erkrankungen wie z. B. Depressionen und Schizophrenie zu behandeln.

Aktuell ist es nicht möglich, Tierversuche im Bereich der biologischen Psychiatrie durch Alternativmethoden vollständig zu ersetzen. Allerdings haben sich in den letzten Jahren In-vitro- (in der Kulturschale) und In-silico-Ansätze (Computersimulationen) stark weiterentwickelt und zu einer deutlichen Verringerung der Anzahl eingesetzter Versuchstiere geführt. ForscherInnen des ZI haben durch ihre Arbeit maßgeblich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Tierforschung am ZI

Unsere Tierversuchsvorhaben dienen der Grundlagen- sowie der translationalen Forschung und tragen dazu bei, psychischen Störungen vorzubeugen, sie zu erkennen und zu behandeln. Vornehmlich führen wir Lern- und Verhaltensuntersuchungen durch. Die ForscherInnen versuchen zu verstehen, wie das Gehirn funktioniert und wie Erkrankungen es angreifen. Die Biologie und die Entstehung einer neurologischen Störung bei Mensch, Maus und Ratte sind sich ähnlich. Die gewonnenen Erkenntnisse münden teils direkt in klinische Studien oder neue Behandlungsformen, z. B. bei der Therapie schwerer depressiver Episoden. Weitere psychische Störungen, mit denen sich die ForscherInnen befassen, sind z. B. Angsterkrankungen, Schizophrenie, Demenzen und Suchterkrankungen.

In unserem Tierlabor werden genetisch und hygienisch definierte Ratten und Mäuse gezüchtet und gehalten. Dabei werden nationale und internationale Richtlinien, Gesetze und Haltungsnormen strikt beachtet und umgesetzt. Das Tierlabor und unsere Tierversuchsvorhaben unterliegen der permanenten Kontrolle der Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden (Regierungspräsidium Karlsruhe, Stadt Mannheim). Sämtliche Tierversuchsvorhaben am ZI werden vor der Einreichung beim Regierungspräsidium Karlsruhe hinsichtlich der ethischen und wissenschaftlichen Vertretbarkeit sowie der Überlegungen bezüglich des 3R-Prinzips eingehend geprüft.

Das 3R-Prinzip

Das ZI ist bestrebt, die Zahl der Versuche an Tieren und die Belastung im Rahmen der Versuche so gering wie möglich zu halten. Dabei folgen wir dem anerkannten 3R-Prinzip: Replace – Tierversuche möglichst durch andere Verfahren ersetzen, Reduce – die Anzahl der Versuchstiere verringern, Refine – die Belastung der Tiere im Versuch minimieren.

Wir leiten das 2021 gegründete 3R-Zentrum Rhein-Neckar. Sein Ziel ist es, das Engagement für den Tierschutz in der Forschung nach dem 3R-Prinzip weiter voranzutreiben. Beteiligte Partner sind das ZI, die Universitätsmedizin Mannheim und die Universität Heidelberg. Gemeinsam intensivieren wir die Vernetzung, um die Anzahl der Tierversuche weiter zu reduzieren und die Belastungen der Versuchstiere durch optimierte Methoden und Messverfahren so weit wie möglich zu verringern. Gefördert wird das 3R-Zentrum Rhein-Neckar durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Mehr über das 3R-Zentrum

Forschungsverbund FOR 2591

Zudem ist das ZI im Forschungsverbund zur Belastungseinschätzung bei Versuchstieren (FOR 2591) mit einem Projekt vertreten. Hier wird die Belastung von Tieren erfasst und ausgewertet, um jene Methoden zu identifizieren, die am wenigsten belastend für Tiere sind und andere Methoden künftig ersetzen sollen.

Den Forschungsverbund FOR 2591 bilden Institutionen aus Deutschland und der Schweiz. Ziel der ForscherInnen ist es, allgemein akzeptierte Methoden zu entwickeln, die WissenschaftlerInnen, Behörden und GutachterInnen künftig nutzen können, um die Belastung von Tieren zu messen. Die Forschungsgruppe wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Mehr zum Forschungsverbund FOR 2591

Transparente Kommunikation

Wir gehören zu den Erstunterzeichnern der Initiative Transparente Tierversuche.



Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) - https://www.zi-mannheim.de