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Genetische Grundlagen von Alkoholabhängigkeit untersucht

Alkoholabhängigkeit und einige psychiatrische Störungen haben teilweise gemeinsame genetische Grundlagen. Das konnten Wissenschaftler erstmals zeigen.

Gentische Grundlagen von Alkoholabhängigkeit untersucht

In einer Bar sind zahlreiche Alkoholflaschen hinter dem Tresen ausgestellt. Das Risiko eines Menschen, alkoholabhängig zu werden, ist auch genetisch bestimmt. Foto: Fotolia.com / © Kondor83

Die Anfälligkeit eines Menschen, alkoholabhängig zu werden, ist vererbbar. Obwohl dies schon länger bekannt ist, wissen wir wenig über die genetischen Grundlagen von Alkoholabhängigkeit und deren Verbindung zu anderen psychiatrischen Störungen. Unter Beteiligung von Forscherinnen und Forschern des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hat eine Gruppe von internationalen Wissenschaftlern nun erstmals herausgefunden, dass deutliche genetische Zusammenhänge zwischen Alkoholabhängigkeit und 17 verschiedenen psychiatrischen Störungsbildern bestehen, darunter Schizophrenie, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Depression und Konsum von Zigaretten und Cannabis.

Daten von fast 15.000 Alkoholabhängigen analysiert

Die Forscherinnen und Forscher haben dafür die bisher größte genomweite Studie in diesem Forschungsfeld durchgeführt. Sie analysierten genetische Daten von fast 15.000 Personen mit diagnostizierter Alkoholabhängigkeit und verglichen diese mit Daten von fast 38.000 gesunden Personen. Die Daten stammen von Menschen aus Europa und Afrika.

Widerstandskraft von Betroffenen stärken

Zudem fanden die Forscher heraus, dass sich die genetischen Ausprägungen von Alkoholabhängigkeit nur teilweise mit denen des Alkoholkonsums überschneiden. „Das unterstreicht die Unterscheidung zwischen pathologischem und nicht-pathologischem Trinkverhalten“, sagt Prof. Dr. Marcella Rietschel, Direktorin der Abteilung Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie, die an der Studie beteiligt war. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der genetische Ansatz erfolgreich ist, Zusammenhänge aufzuklären, die bislang nur vermutet werden konnten“, verdeutlicht Rietschel. „Nun sind vor allem detailliertere Untersuchungen von vielen Patienten von Nöten, um herauszufinden, wie genau die genetischen Faktoren dazu beitragen, dass jemand abhängig wird“, sagt Prof. Dr. Falk Kiefer, ärztlicher Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI. Auf diese Weise hoffen die Forscher, bessere Wege zu finden, um die Widerstandskraft (Resilienz) von Betroffenen zu stärken.

Veröffentlichung: Transancestral GWAS of alcohol dependence reveals common genetic underpinnings with psychiatric disorders, Nature Neuroscience, DOI: 10.1038/s41593-018-0275-1.

 

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